Multi-Akteurs-Partnerschaften Was ist eine MAP?

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Was ist eine MAP?

Eine Multi-Akteurs-Partnerschaft (MAP) ist eine Form der Kooperation, die man an vier Merkmalen erkennt:

Bei einer Multi-Akteurs-Partnerschaft sind Akteur*innen aus mindestens drei der folgenden Bereichen beteiligt: Staat, organisierte Zivilgesellschaft, Privatsektor oder Wissenschaft.

Jede*r Akteur*in hat Wissen und Erfahrungen, um die Partner*innen in ihrer Arbeit weiterzubringen. In einer Multi-Akteurs-Partnerschaft können sie ihr Wissen, ihre Ressourcen, Technologien, Netzwerke und vieles mehr teilen. So können die Partner*innen ihre gemeinsamen Ziele erreichen. Zugleich profitiert jede*r Akteur*in auch individuell von der Zusammenarbeit.

Multi-Akteurs-Partnerschaften gehen über ad-hoc Konsultationen oder episodische Dialoge hinaus. Sie brauchen einen gewissen Grad an Langfristigkeit, Institutionalisierung und Unabhängigkeit, um der komplexen Herausforderung, an der sie arbeiten, gerecht zu werden.

Alle beteiligten Akteur*innen können gleichberechtigt an den Prozessen der Multi-Akteurs-Partnerschaft teilnehmen. Dies umfasst ein breites Spektrum, von einfacher Rücksprache bis hin zu gemeinsamen Entscheidungsverfahren. So können alle Akteur*innen ihre Positionen und Sichtweisen aktiv in die Ziele und Arbeitsergebnisse der Gruppe einbringen.

In einer Multi-Akteurs-Partnerschaft suchen die beteiligten Akteur*innen Lösungen für komplexe gesellschaftliche Herausforderungen, wie z.B. den Klimawandel, Armut oder Migration. Da diese Probleme die Gesellschaft als Ganzes betreffen, jedoch die Fähigkeit zur Bewältigung durch Einzelne übersteigen, kann durch eine koordinierte Zusammenarbeit mehr erreicht werden als allein. Aus diesem Grund sind Multi-Akteurs-Partnerschaften ein wichtiges Instrument für nachhaltige Entwicklung.

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Multi-Akteurs-Partnerschaften leisten auch im Kontext des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG) wichtige Beiträge. Die Website des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales bietet Informationen zu den sogenannten Branchendialogen und zum LkGS.

Was unterscheidet eine MAP von anderen Arten der Zusammenarbeit?

Vom Netzwerk bis zur Multi-Akteurs-Partnerschaft: Formen der partnerschaftlichen Zusammenarbeit

Je nach Intensität der Einbindung verschiedener Akteur*innen und der Formalisierung der Partnerschaftsstrukturen lassen sich verschiedene Arten von Partnerschaften unterscheiden und entlang eines Spektrums verorten. Für die verwendeten Kategorien gibt es dabei unterschiedliche Bezeichnungen und die Übergänge sind fließend.

Netzwerk

  • Es besteht eine Reihe von informellen Beziehungen unter und zwischen Menschen und Organisationen. Diese Beziehungen sind offen und ermöglichen die Bildung von Gemeinschaften, die Wissen schaffen und teilen.
  • Akteur*innen teilen ähnliche Interessen oder Anliegen und interagieren miteinander, wobei sie in informellem Kontakt bleiben, um sich gegenseitig zu unterstützen.

Runder Tisch

  • Es besteht eine lose Struktur, in der Akteur*innen über ihre Aktivitäten berichten, Erfahrungen austauschen und voneinander lernen können.
  • Er wird oft genutzt, um Handlungsempfehlungen für bestimmte Akteursgruppen zu entwickeln.

Multi-Akteurs-Initiative

  • Die Partner*innen stimmen ihre Strategien und Aktivitäten aufeinander ab, um gemeinsam Werte zu einem bestimmten Thema oder zu gemeinsamen Zielen zu schaffen.
  • Sie verfügt oft über eine Governance-Struktur mit einem Lenkungs-   ausschuss und einem Sekretariat.
  • Sie kann von Beginn an als Initiative konzipiert sein oder sich aus Netzwerken oder Runden Tischen entwickeln, wenn die Beteiligten die Notwendigkeit sehen, ihre Zusammenarbeit weiter zu formalisieren.

Multi-Akteurs-Partnerschaft

  • Sie kommt unter Beteiligung von mindestens drei der Bereiche Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Regierung zustande.
  • Sie verfügt über gemeinsame Ziele, Entscheidungsfindung, Planung und Aktivitäten der Mitglieder.
  • Sie zielt auf gemeinsame Wertschöpfung und transformativen Wandel auf gesellschaftlicher Ebene ab.
  • Sie verfügt über eine Governance-Struktur, z. B. mit Lenkungsausschuss und Sekretariat.
  • Ziele, Beiträge der Akteur*innen und Verantwortlichkeiten werden normalerweise in einem Memorandum of Understanding definiert.

Beispiele

MAP-Erfolgsfaktoren
Was braucht eine MAP um erfolgreich zu sein? Erfahren Sie, was die wichtigsten Grundvoraussetzungen für „gute Partnerschaft“ sind, um Ihr gemeinsames Vorhaben auf die richtige Spur zu bringen:

Publikationen
Welche Informationen – in Form von Publikationen – gibt es schon zu MAP? Erkunden Sie Studien aus der Wissenschaft und Handbücher von Praktiker*innen: