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Datum: 15.9.2022
Kategorien: MAP in der Praxis, Termin

MAP in der Praxis: Das WRI stellt den Bericht „Unlocking Early-Stage Financing for SDG Partnerships” vor

Das World Resources Institute (WRI) veröffentlichte am 9. September seinen zweiten Bericht zum Thema Partnerschaftsfinanzierung und stellte diesen im Rahmen eines Webinars vor. Dabei stellt die „Missing Middle“ eine besondere Herausforderung dar.

Hintergrund des Berichts ist, dass zur Erreichung der SDGs etwa 4,2 Billionen US-Dollar benötigt werden. Multi-Akteurs-Partnerschaften (MAP) sind dabei für den Erfolg der Investitionen und der Resultate entscheidend, stehen jedoch vor der Herausforderung, Kapital zu mobilisieren. Dies bestätigten die 66 Partnerschaften und die sechs Fallstudien, die für den Bericht herangezogen wurden.

Eine Analyse der Finanzierungsstruktur der Partnerschaften aufgeteilt in vier Phasen zeigt, dass in der ersten Phase – der Innovationsphase – oftmals genügend Kapital zur Verfügung steht, da es Zuschüsse und Subventionen für Innovationen gibt. Sobald diese Innovationen vergrößert und erweitert werden sollen – in Phase zwei – sehen viele Geldgeber*innen ein zu hohes Risiko. Demgegenüber stehen Phase drei und vier, in denen es wiederum einen erhöhten Kapitalzufluss gibt, da Partnerschaften in diesen Phasen stabil erscheinen, sodass Geldgeber*innen weniger zögern zu investieren. Das fehlende Kapital in Phase zwei nennen die Autor*innen die „Missing Middle“. Sie ist laut des Berichts die größte Herausforderung für Partnerschaften, die sich für die Erreichung der SDGs einsetzen.

Um dieser Herausforderung zu begegnen, untersucht der Bericht u.a. innovative Finanzierungsansätze. Er gibt sowohl Geldgeber*innen als auch Partnerschaften konkrete Empfehlungen, wie Finanzierung besonders während der „Missing Middle“ gesichert werden kann. Im Rahmen der Vorstellung des Berichts gab es auch Raum für eine grundlegendere Diskussion, z.B. zur gegenseitigen Erwartungshaltung bezüglich der Skalierung von Innovationen (Phase zwei) und zu politischen Prozessen. In der Podiumsdiskussion stellte Carlos Manuel Rodríguez, CEO der Global Environmental Facility, klar, dass aktuell 124-mal mehr Gelder in Aktivitäten bereitgestellt werden, die schlecht für unsere Wälder sind, als in deren Erhalt. Daher kristallisierte sich im Laufe der Diskussion heraus, wie wichtig der partnerschaftliche Ansatz ist, um Bewusstsein und Erwartungshaltung in allen gesellschaftlichen Bereichen zu verändern. So kann zum einen die „Missing Middle“ geschlossen und zum anderen Systemveränderung angestoßen werden.

Die Kurzfassung sowie den gesamten Bericht finden Sie hier.