Multi-Akteurs-Partnerschaften Engagement des Privatsektors: Die Allianz für Integrität als Fallbeispiel

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Engagement des Privatsektors: Die Allianz für Integrität als Fallbeispiel

Engagement des Privatsektors: Die Allianz für Integrität als Fallbeispiel

Der Privatsektor ist besonders relevant, um die Ziele der Agenda 2030 zu erreichen. Ob es um die Schließung von Finanzierungslücken, die Aufbereitung und Vermittlung von Wissen oder die Verbesserung der Lebensstandards entlang der Lieferketten geht, der Privatsektor spielt eine zentrale Rolle bei der Verwirklichung einer nachhaltigen Entwicklung.

Eine Form der Beteiligung des Privatsektors an diesen Prozessen ist durch das Wirken in Multi-Akteurs-Partnerschaften (MAP) möglich. MAP sind Koalitionen bestehend aus verschiedenen Partnern, die gemeinsam auf Augenhöhe bestimmte Problematiken angehen und versuchen diese zu lösen. Hierbei kann es sich beispielsweise um die Stärkung von wirtschaftlicher Entwicklung oder Bekämpfung von Anti-Korruption weltweit handeln. Aber wie genau bindet man den Privatsektor ein? In diesem Artikel berichten Mitarbeitende und Unterstützende der Allianz für Integrität wie man den Privatsektor effektiv in eine vorteilhafte Partnerschaft im Sinne von nachhaltiger Entwicklung integrieren kann.

Die Allianz für Integrität:
Unternehmen handeln gegen Korruption

Die Allianz für Integrität ist eine wirtschaftlich ausgerichtete Multi-Akteurs-Initiative zwischen dem Privatsektor, der Zivilgesellschaft, öffentlichen Institutionen und internationalen Organisationen. Das Ziel dieser Initiative ist die Förderung von Integrität zwischen Unternehmen, ihren Wirtschaftspartnern und weiteren relevanten Akteur*innen des wirtschaftlichen Systems. Die Allianz für Integrität ist derzeit in Brasilien, Ghana, Indien und Mexiko und den jeweiligen Regionen aktiv. Sie bietet praktische Lösungen zur Stärkung von Integrität an, wozu unter anderem Peer-to-Peer-Lernen, Kapazitätsaufbau und öffentlich-private Austauschformate auf lokaler sowie globaler Ebene zählen. Um mehr zu erfahren, besuchen Sie: www.allianceforintegrity.org.

Expert*innen-Team

Reynaldo Goto

Compliance Officer, Siemens Brasilien

Silvina Coria

Global Head of Risk & Compliance, OLX

Fernanda Nan

Global Compliance-Managerin, Sowitec

Rhoda E. Appiah

Head of Corporate Affairs & Administration, Public Procurement Authority

Raymond Ahiadorme

Compliance-Manager Ghana, Allianz für Integrität

Nandini Sharma

Network-Managerin Indien, Allianz für Integrität

Der Business Case:
Schlüssel für ein Engagement des Privatsektors

Reynaldo Goto, Compliance Officer von Siemens Brasilien, erzählt, dass es relativ einfach war Unternehmen am Anfang für die Sache zu gewinnen. Aber dies ist nur einfach, wenn der Zweck der Multi-Akteurs-Partnerschaft klar ist und den Bedürfnissen der potentiellen Partner entspricht. Ergebnisse von Show Cases der Partnerschaften können für Unternehmen, die anfänglich noch nicht überzeugt sind, einen zusätzlichen Anreiz darstellen. Das weist auf ein wichtiges Schlüsselelement hin, um den Privatsektor einzubinden und dessen Engagement zu halten:
den Business Case.

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Das Engagement des Privatsektors dreht sich in großen Teilen um den Business Case von Partnerschaften. Diesem Aspekt und den relevanten Schritten sollten demnach gesonderte Aufmerksamkeit zukommen, wobei es vor allem um die Generierung eines solchen Nutzens, die Kommunikation und die Herausstellung von Ergebnissen geht.

Schritt eins: Generierung des Business Case

Ein erfolgreicher Business Case für eine Multi-Akteurs-Partnerschaft zeichnet sich dadurch aus, dass er einen klaren Mehrwert für alle Beteiligten mit sich bringt. Der Mehrwert kann sich in unterschiedlichsten Formen ergeben, muss aber schlussendlich die Partnerschaft für alle potentielle Akteure attraktiv machen.

Informieren Sie sich hier genauer über den Business Case der Allianz für Integrität.

Dr. Silvina Coria, Global Head of Risk and Compliance von OLX, begann ihr Engagement in der Allianz für Integrität als sie die Möglichkeit sah, Wissen zu teilen und selbst mit begrenzten Kapazitäten viel zu erreichen.

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Fernanda Nan, Global Compliance Manager von Sowitec, betont, dass die Allianz für Integrität Transaktionskosten senkt, indem sie Akteur*innen zusammenbringt, die mittels eines gemeinsamen Verständnisses Lösungen für die jeweiligen Probleme finden.

Mehrwerte ergeben sich nicht nur für und zwischen den verschiedenen Akteur*innen des Privatsektors, sondern auch hinsichtlich des öffentlichen Bereichs. Beispielsweise kann eine Art von Mehrwert sein, dass sich eine förderliche Umgebung für den Privatsektor durch den öffentlichen Bereich ergibt. In der Tat sind öffentlich-privater Dialog und das Aufbauen von Vertrauen zwischen den verschiedenen Akteursgruppen wesentliche Vorteile, die durch Multi-Akteurs-Partnerschaften entstehen.

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Rhodia Appiah, Head of Corporate Affairs and Administration der Public Procurement Authority in Ghana, bestätigt, dass Multi-Akteurs-Partnerschaften als Instrumente für die Generierung von Fortschritt dienen können, indem Win-Win Situationen für den privaten sowie den öffentlichen Bereich erzielt werden.

Der erste Schritt für einen erfolgreichen Business Case ist die Einbindung des Privatsektors von Beginn an. Nur so kann garantiert werden, dass der Privatsektor sich tatsächlich für die Sache interessiert.

Die Allianz für Integrität wurde gemeinsam vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und dem Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) e.V. initiiert. Akteur*innen aus dem Privatsektor erschufen die Allianz für Integrität ebenfalls mit, indem sie Beratung und Inhalte zur Verfügung stellten. Relevante Akteur*innen aus dem Privatsektor, dem öffentlichen Bereich, der Zivilgesellschaft und internationalen Organisationen waren eng an der Auswahl von Partnerländern, dem Ansatz der Initiative und der Gestaltung von Modalitäten für die Governance Struktur beteiligt.

Die enge Koordination von relevanten Akteur*innen war die Grundlage für einen erfolgreichen Start der Initiative. Die Aufgabe der GIZ als neutrale Vermittlerin war es, die verschiedenen Interessen zu moderieren, Vertrauen zwischen den Akteur*innen zu etablieren, Erwartungen zu handhaben und technische Expertise einzubringen. Partner*innen, insbesondere des Privatsektors, zeigten großes Verantwortungsgefühl für die Allianz für Integrität, die oft als Initiative von und für den Privatsektor bezeichnet wird.

Schritt zwei: Kommunizieren des Business Case

Es ist wichtig die Sprache derer zu nutzen, die mit der Kommunikation über den Business Case der Multi-Akteurs-Partnerschaft erreicht werden sollen. Im Falle des Privatsektors gilt: klare und deutliche Kommunikation über Ziele und Interessen. Das bedeutet nicht, dass der Privatsektor komplexe oder indirekte Kommunikation nicht verstehen würde, aber dafür ist schlichtweg nicht die Zeit. Daher sollte ein eindeutiges Alleinstellungsmerkmal hervorgehoben werden.

Kommunikation ist absolut wichtig für Multi-Akteurs-Partnerschaften. Raymond Ahiadorme, Network Manager für die Allianz von Integrität in Ghana, stellt fest, dass sich niemand aktiv und engagiert beteiligen wird, wenn es keine Kommunikationsstrategie gibt. Diese muss daher von Anfang an vorhanden sein.

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Er empfiehlt zudem, dass die Sprache dem Kontext und den Akteursgruppen entsprechend ausgerichtet sein sollte. Die Allianz für Integrität als globale Partnerschaft besteht aus lokalen Akteuren und Aktivitäten, so dass die Kommunikation daran angepasst werden sollte.

Ein Netzwerk aufzubauen bedeutet zudem im engen Kontakt mit den Schlüsselakteur*innen zu stehen. Im Falle der Allianz für Integrität wurden Akteur*innen aus dem Privatsektor zu Botschafter*innen, die die Initiative in ihren Unternehmen und bei Geschäftspartner*innen entlang der Lieferkette sowie auf Konferenzen und in Unternehmensverbänden nach vorne brachten. Vertrauen und Verantwortungsgefühl sind essentielle Grundvoraussetzungen, die auf langfristiges Engagement von Beteiligten aufbauen. Die persönliche Beteiligung von Compliance-Verantwortlichen von größeren Firmen machte es der Allianz für Integrität einfacher ihre primäre Zielgruppe zu erreichen: kleine und mittelständische Unternehmen (KMU).

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